Kaffeehaus-Kultur ist nicht gleich Kaffee-Kultur. Wir zeigen, dass es Sinn macht, auch in Traditionsbetrieben erstklassigen Kaffee zu bieten.

Ein Gespräch mit unserer Kundin Christina Hummel, Obfrau des Clubs Wiener Kaffeehausbesitzer.

 

Warum kommt der Gast in Ihr Kaffeehaus – und was hat das mit der Kaffeequalität zu tun?

Christina Hummel: Der Gast kommt wegen dem Gesamtpaket: Kaffee, Essen, Flair. Er will die Wiener Seele spüren, hier eine gemütliche Zeit verbringen. Da geht’s nicht drum den einen speziellen Fair Trade Kaffee aus Guatemala zu haben, sondern ein rundes Angebot. Und da gehört guter Kaffee dazu – wir hören sehr oft, dass die Leute das schätzen. Auch weil es nicht selbstverständlich ist. Viele Wiener Betriebe legen noch nicht so großen Wert darauf, beim Kaffee Qualität zu bieten.

Da ist noch Überzeugungsarbeit zu leisten?

Christina Hummel: Auf jeden Fall. Das fördere ich auch im Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer. Das hat ja unternehmerische Vorteile. Leute kommen dann besonders gerne. Deshalb bieten wir zum Beispiel in der Fachgruppe Barista Kurse an. Auch bei mir im Kaffeehaus hatte ich für mehrere Wochen einen Barista, der die Mitarbeiter an der Theke geschult hat. Das ist essentiell. Basis ist natürlich ein sehr gutes Gerät. Im Café haben wir jetzt eine M 100 von La Cimbali – übrigens in Ocker-Gelb, passend zur Einrichtung.

 

 

 

 

Wie haben Ihre Mitarbeiter darauf reagiert, dass auf einmal ein Barista hinterm Tresen stand?

Christina Hummel: Das hat als erstes gleich zu Problemen zwischen den Obern und den Thekenkräften geführt. Für einen gut gegossenen Cappuccino braucht es nämlich eine Spur länger – vor allem, wenn man noch nicht so geübt ist. Mittlerweile sind meine Mitarbeiter sehr flott – und die Ober merken gar nicht mehr, dass sie vielleicht zwei Sekunden länger auf den Kaffee warten. Das spielt sich alles ein.

Und der Gast? Wie reagiert der?

Christina Hummel: Meine Bestätigung ist der Moment, wenn der Gast den ersten Schluck Kaffee nimmt. Dann gibt es immer ein Lächeln. Und dann weiß ich, dass ich mit der Strategie, guten Kaffee zu bieten, richtig liege.

Cappuccino oder Wiener Melange? Was wird häufiger bestellt?

Christina Hummel: Im Moment noch die Melange. Obwohl ich persönlich ja lieber Cappuccino trinke. Wir servieren die Melange Fifty/Fifty. Also 50 Prozent Kaffee, 50 Prozent Milch plus einen Klecks Milchschaum. Ich möchte die Wiener Melange zertifizieren lassen. Das ist für uns in einer Tourismusstadt wichtig – und da ist noch so vieles möglich. Vom Original Wiener Melange-Häferl bis zum Kaffeerezept-Buch. Da fällt mir noch viel ein. Nächster Schritt ist jetzt einmal, die Klubmitglieder in die MUMAC Academy nach Krems zu holen. Da geht es auch um diese Idee. Ich bin gespannt, wie es weitergeht!

 

 

 

 

Modernste Technik im Traditionsbetrieb: die M 100

 

 

Mehr über den Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer auf www.kaffeesieder.at
Und hier geht’s zum Café Restaurant Hummel.

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